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► zu meiner Schulkolumne in der ZEIT

Schreibfähigkeit von Grundschülern leidet unter zu lockerem Unterricht

Eine für Deutschland einzigartige Längsschnittstudie über 40 Jahre (Uni Siegen, Prof. Steinig) zeigt: Texte von Grundschülern weisen mittlerweile wesentlich mehr Rechtschreib- und Grammatikfehler auf, vor allem bei Kindern aus bildungsferneren Schichten. Gleichzeitig schreiben Mittel- und Oberschichtskinder heute teilweise länger, differenzierter und lebendige. ZEIT 21/2013

Erziehungsunsicherheit erzeugt kleine Tyrannen

In den letzten jahren fällt eine Art "Macht-Umkehr" (Winterhoff) zwischen den Generationen auf. Eltern verzichten zunehmend darauf, ihre Kinder anzuleiten und zu führen, diese hingegen entwickeln sich immer stärker zu unzufriedenen Forderern. Junge Menschen können aber nicht seelisch reifen, wenn Erwachsene diese als Partner ansehen, wenn sie ihre eigenen Anerkennungswünsche auf diese projizieren, mit ihnen symbiotisch verschmelzen wollen. Solche Kinder sind zu wenig lern- und belastungsfähig, sie können Mitmenschen wie Umwelt nur schwer respektieren. Eine freundliche Hierarchie zwischen den Generationen wäre dagegen entwicklungsförderlich - allerdings kein Rückfall in autokratische Verhältnisse!

Modekinderdroge Ritalin?

Zur Zunahme der ADHS-Diagnosen: "Pathologisierung kindlichen Verhaltens" (dradio 2016)

"Lebhaft oder ADHS? Streit um eine Diagnose" (SWR 2015)

Zappelphilipp? "Es geht auch ohne Ritalin" (SWR 2007)
 

"Lesen durch Schreiben" - ein Weg in die Rechtschreibkatastrophe?

Seit Jahren werden viele Schulanfänger "zunächst systematisch zu Rechtschreibanarchisten erzogen" (SPIEGEL 25/2013) - die entstandenen Fehlermengen lassen sich aber nur mühsam wieder reduzieren. Am stärksten betroffen sind Kinder aus bildungsfernen Schichten. Fehlerarme Orthografie ist aber kein Selbstzweck, sondern eine Schlüsselqualifikation - für sinnentnehmendes Lesen wie für zügiges Recherchieren. Zahlreiche Forscher fordern nun ein Verbot der "Reichen-Methode" und ihrer Derivate - schon jetzt bietet ein pensionierter Lehrer und Fachleiter besorgten Eltern auf grundschulservice.de eine Protestbriefvorlage.

Inklusion - kann auch gefährlich sein …

Zu Recht fordert die Behindertenrechtskonvention (BRK) freien Zugang zum allgemeinbildenden Schulsystem für alle Kinder - das ist weltweit keineswegs selbstverständlich. Keineswegs verpflichtet die BRK allerdings zur Einführung einer Einheitsschule. In Deutschland stellt das differenzierte Förderschulsystem eine in besonderer Weise unterstützende Form schulischer Allgemeinbildung dar.
Vielleicht wurde bislang tatsächlich der ein oder andere Schüler zur Förderschule „abgeschoben“, weil es den „Regellehrern“ an diagnostischen und ermutigenden Kompetenzen mangelte. Deswegen jetzt das totale Gegenteil zu unternehmen, wäre aber höchst riskant: Weil viele Kinder mit besonderem Förderbedarf de facto in Regelklassen mit kaum weitergebildeten Regellehrern landen und dort Vernachlässigung droht; weil „Förderkinder“ durch den ständigen Vergleich mit „Regelkindern“ in ihrer Selbsteinschätzung zusätzlich verunsichert werden; weil die breite Expertise der bisherigen Förderlehrer nicht mehr einer begrenzten, geschützten Gruppe kontinuierlich zu Gute kommt, sondern nur noch sporadisch den Verstreuten.
Gebraucht wird mehr qualifizierte Förderung und sorgsame Integration; überstürzte und indoktrinierte Inklusionspraxis hingegen erweckt den Eindruck, es solle vor allem gespart werden. Mancher mag sich auf diesem Wege gar die Sprengung des gegliederten Schulsystems erhoffen ...
dradio-Interview 2012 ; ZEIT 13/2013; Politische Meinung 2014 ; Süddeutsche 21.10.2014

So beeinflussen Eltern den Schulerfolg

Für die Bildungsforschung steht außer Frage: Der Schulerfolg von Kindern hängt weitaus stärker von den häuslichen Bedingungen ab als von den schulischen. Zum einen wird das, was in der Schule lernt - nämlich das kindliche Gehirn -, bereits in den vorschulischen Lebensjahren, also in der Familie entscheidend vorgeprägt. Zum anderen kommt es auf die Haltung an, mit der Eltern die Schulzeit ihres Kindes begleiten – und keineswegs nur darauf, ob sie selbst Abitur gemacht haben oder dauernd Geld für Nachhilfe investieren.

Die innere Schulfähigkeit können Eltern in dreierlei Hinsicht fördern:
I. Beziehung pflegen: „Sorgsame Nähe“ statt übetriebene Selbstständigkeit ...
II. Belastung bejahen: “Ermunternde Herausforderung” statt Schongang und Verwöhnung ...
III. Austausch mit der Schule wagen: „Forschende Offenheit“ statt Abwarten und Zurückhaltung ...

Jugendliche Gewalttätigkeit – eine Folge nachgiebiger Erziehung

Leistungsverweigerung und Disziplinlosigkeit in der Schule haben ihre Ursache nicht primär in sozialer Armut, gesellschaftlichem Leistungsdruck oder ungünstigen Medieneinflüssen. Verantwortlich für alle Formen antisozialen Verhaltens ist vielmehr vor allem der elterliche Umgang in der frühen Kindheit. Wenn Eltern ihrem quengelnden oder tobenden Kind zu häufig nachgeben, dominiert irgendwann dessen Wille die Familie. So entwickeln Kinder Strategien, Anforderungen von sich fernzuhalten – den sog. „impulsiven Lebensstil" (Füllgrabe 2004), eine Art „chronische Krankheit" (Landscheidt 2007). Für solche Schüler sind selbstgesteuerte Lernformen oder schulische Aggressionsräume keine Hilfe, sondern kontraproduktiv.

Interessieren oder kontrollieren? Elterntipps zum Thema Hausaufgaben

# sich für das Gelernte interessieren
# einen schützenden Rahmen zur Erledigung von Hausaufgaben bieten (Raum, Zeit, Kontakte)
# die inhaltliche Kontrolle der Hausaufgaben dem Lehrer überlassen bzw. von diesem einfordern
# anstreben, dass die Kinder uns möglichst viel erklären müssen

Küche oder Krippe - mit Kinderaugen gesehen ...

Kleinkinder brauchen viel ruhige und vertraute Zugewandtheit. Deshalb kommentiert die Wissenschaft die euphorische Mediendebatte um frühe Fremdbetreuung vorsichtig bis skeptisch. Babys benötigen in den ersten 6-9 Monaten jede Gelegenheit zum Aufbau von Urvertrauen, der zu frühe Besuch von Krippen kann chronische Trennungsängste hervorrufen. Nach den neuesten Befunden der NICHD-Studie steigt  problematisches Schulverhalten mit der Länge der Krippenbesuchszeit. Auch die Krippenforscherin Liselotte Ahnert hält die besondere Qualität der mütterlichen Beziehung für unersetzlich; sie beinhalte viel ungeteilte Aufmerksamkeit für das Kind, während Erzieher eine ganze Gruppe im Auge haben müssten. Bis zum Alter von 18 Monaten erscheint außerfamiliäre Betreuung vor allem dann riskant, wenn der Betreuerschlüssel höher als 3 liegt und wenn keine Zeit für behutsame Übergangsrituale in die Kita-Gruppe besteht.

Killerspiele sind nicht alles - aber etwas Entscheidendes

Die neuen Bildmedien beinhalten eine ungeahnt starke Erziehungskraft. Sie können Kinder und Jugendliche bereichern, aber auch enorm verstören. Neben die schon vom Fernsehen bekannte Gewöhnung an Passivität tritt die Gewöhnung an Aggressivität - Kritiker sprechen von einer schleichenden Vergiftung jugendlicher Innenwelten. Natürlich löst das Anschauen eines Gewaltvideos nicht zwangsläufig aggressives Verhalten aus. Dass jedoch langfristiger Umgang mit solchen Medien die Gewaltbereitschaft erheblich steigert, ist mittlerweile weithin unstrittig – außer für die Produzenten und ihre Publicity-Agenten. Die grenzenlose unbegrenzte Beschäftigung mit Dämonen macht einen allzu schnell selbst zum Dämon. Je kontaktarmer und anspruchsloser die Erziehungsumwelt von Jugendlichen, umso größere Attraktivität gewinnt für sie die Welt der phantasierten Kämpfe.

Resümee des KFN (Kriminolog. Forschungsinstitut Niedersachsen, Direktor: Prof. Dr. Chr. Pfeiffer):

  • Je mehr Zeit Kinder und Jugendliche in Computerspiele investieren und je brutaler die Inhalte sind, umso schlechter fallen die Schulleistungen aus.

  • Vor allem bei so genannten Online-Spielen wie etwa "World of Warcraft" gerät ein steigender Anteil der männlichen Jugendlichen in suchtartiges Spielen.

  • In Verbindung mit anderen Gefährdungsmerkmalen erhöhen stark gewalthaltige Spiele das Gewaltrisiko der jugendlichen Nutzer beträchtlich.

Artikel „Gewaltförderung durch falsche Paradigmen" von Uwe Füllgrabe, in: reportpsychologie Nr. 32, 1/2007 (Hrsg. BDP) oder auf http://www.uwe-fuellgrabe.de unter „Kriminalitätspsychologie" hier

Essay im dradio-Feuilleton 2008: hören / lesen

ZEIT-Interview 2007: Wie Killerspiele die Persönlichkeit verändern. hier

Feltens Pädagogische Palette | eltern-lehrer-fragen-info {at} web.de