Feltens Pädagogische Palette

"Günstig für das Wachstum eines Kindes sind Schwierigkeiten, die es überwinden kann."
(Alfred Adler, 1929)

 

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als Autor unterwegs:  didacta Köln - 22.2.2019  (Unterrichtsqualität), 23.2.2019 (Inklusion)

 

Mein aktueller Zwischenruf:  "Behinderte am Gymnasium?"

Zahlreiche Gymnasien in NRW überdenken derzeit ihre bisherigen Inklusionsexperimente. Dazu gibt es auch kritische Stimmen: Die ehemals Höheren Schulen müssten sich doch endlich der Inklusion öffnen!

Was beim ersten Hinhören irgendwie human klingt, erweist sich bei genauerem Hinsehen als Ausdruck grandioser Unkenntnis! Zunächst einmal: Schon jetzt ist die Schülerschaft vieler Gymnasien derart heterogen (Stichwort Elternwille), dass die Lehrkräfte keinem mehr richtig gerecht werden können, weder den schnelleren noch den langsameren Lernern. Außerdem integrieren die Gymnasien ja bereits heute viele Schüler mit Handicaps, sofern die gymnasiale Eignung grundsätzlich gegeben ist (z.B. bei motorischen oder Sinneseinschränkungen, ggf. auch Störungen des Autismusspektrums).

Lern- oder geistig behinderte Schüler hingegen wären am Gymnasium zwar scheinbar "mittendrin", tatsächlich aber zusätzlich benachteiligt. Für Kinder zählen nämlich weniger politische Parolen als die tatsächliche Situation - und die wäre de facto so: weniger Bindungskontinuität mit 'ihrem' Sonderpädagogen als an der Förderschule, mehr Entmutigung durch das Leistungsspektrum der Regelklasse.

Über die Behindertenrechtskonvention der UN (BRK) sind eine Reihe von Missverständnissen in Umlauf: Sie fordert pikanterweise keineswegs, dass wir unsere hochspezialisierten Förderschulen oder -klassen abschaffen müssten. Im Gegenteil: Besondere Maßnahmen, die die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen ermöglichen oder beschleunigen, gelten ihr nicht als Diskriminierung (Art. 5.4). Insbesondere verlangt die BRK, bei allen Maßnahmen das Entwicklungswohl des einzelnen Kindes vorrangig zu berücksichtigen (Art. 7.2). Der Besuch einer Spezialschule mit besonderen Ressourcen kann im Einzelfall geradezu geboten sein.

Also mehr Nüchternheit bitte: Aufgabe von Gymnasien ist es keineswegs, "ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Verhältnisse" zu sein, wie gelegentlich blumig gefordert wird. Vielmehr gilt es, hinreichend lernfähige und einsatzwillige Schüler besonders anspruchsvoll zu bilden - und schließlich auf das Abitur vorzubereiten. Dies übrigens nicht aus einem elitären Selbstverständnis heraus, sondern auch der Sicherung unserer Zukunft zuliebe. Im übrigen stellte bereits Hans Wocken, engagierter Kämpfer für die Inklusion, fest, dass behinderte Kinder keinen Anspruch darauf hätten, am Gymnasium zieldifferent unterrichtet zu werden - 'normalen' Haupt- oder Realschülern stände dies ja auch nicht zu.

Alle Empirie spricht jedenfalls dafür, dass es unter heutigen Bedingungen unsinnig ist, innerhalb einer Gymnasialklasse auf verschiedene Bildungsziele hin zu unterrichten. Plumpe Gerechtigkeitsmetaphorik hilft dagegen niemandem weiter - schon gar nicht Schülern mit Behinderun.

14.2.2019

 

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