Feltens Pädagogische Palette

Jeder Lehrer trägt außer Arbeitsblättern auch private,
unbewusste Motive mit in die Klasse.
(Matthias Schmitz)

 

Befriedigend unterrichten, erfolgreich lernen? Klar - wenn die Beziehung stimmt ...

Immer schon bekannt, eigentlich eine Binsenweisheit: Persönlichkeit und Beziehungsaktivität der Lehrperson sind für das schulische Lernen der Kinder immens bedeutsam. In der Lehrerausbildung war die emotionale Dimension des Unterrichtens allerdings lange Zeit eine Grauzone, wurde geradezu stiefmütterlich behandelt. Nicht zuletzt dank der Hattie-Studie gelten der hohe Rang und Wert der Lehrer-Schüler-Beziehung (Effektstärke 0,72) inzwischen aber auch empirisch als breit abgesichert. Vor dem Hintergrund der Bindungstheorie ist dies ein Plädoyer für einen Sicherheit gebenden, Neugier weckenden pädagogischen Führungsstil.

Für Lehreraus- und -weiterbildung ergeben sich daraus drei Handlungsfelder:

► Störungskompetenz I (Fallreflexion):
     Lernbeeinträchtigungen und Verhaltensstörungen von Schülern
     an vielfältigen Beispielen gründlich verstehen lernen - als Ausdruck
     gewordener, biographisch geronnener Lern- und Konfliktstile

► Störungskompetenz II (Selbstreflexion):
     eigene Verhaltensmuster in Führungs- und Konfliktsituationen
     an vielfältigen Beispielen gründlich durchdenken lernen

► Lehrerpersönlichkeit: Führungsfreude und Feingefühl ausweiten
   

Einige Verweise:

Lehrpersonen als primäre Motivationsdroge - ein FR-Artikel

Führungsfreude und Feinfühligkeit lernen - BAK-Beitrag (4/2013): Grundlagen & Anregungen

Ein schwieriges Kind wirklich verstehen - Leseprobe aus "Alfons Simon: Verstehen und Helfen"

Wie ein Störenfried zum Sonderschullehrer wurde - SWR-Feature 2008 (audio/print)

Resonanzpädagogik - Radiofeature zu einer bindungsorientierten Sicht von Schule

Feinfühlig unterrichten - Skizze einer Lehrerbildungsinitiative an der Uni Würzburg

Das Phänomen der Übertragung im Unterricht - Psychoanalytisches zur Lehrer-Schüler-Beziehung

Brückenschlag zwischen Pädagogik und Tiefenpsychologie - Medienbeiträge zu Alfred Adler

 

Bindungsqualität - schon in der Vorschulzeit:

Lieselotte Ahnert und Elena Harwardt: Die Beziehungserfahrungen der Vorschulzeit und ihre Bedeutung für den Schuleintritt. In: Empirische Pädagogik 22 (2), 145-159 abstract

Elena Harwardt-Heinecke, Anne Milatz, Lieselotte Ahnert: Die Herausbildung erster Leistungsprofile nach Schuleintritt. Zusammenhänge zu Motivation, Vorläuferkompetenzen und Beziehungsqualitäten. In: Psychologie in Erziehung und Unterricht 4/2014 abstract

Elena Harwardt-Heinecke/Lieselotte Ahnert: Bindungserfahrungen in Kindergarten und Schule in ihrer Wirkung auf die Schulbewährung. Zusammenfassende Ergebnisse aus der BSB-Studie. In: ZfP 6/2013 abstract

 

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