Feltens Pädagogische Palette

"Inklusion ist so eine Art Heilslehre geworden."
(Bernd Ahrbeck, * 1949)

 

Verhaltensauffällige Schüler - die Verlierer der Inklusionsreform (FAZ 27.12.2016)

► "Inklusionsschule als Sparmodell" (Kölner Stadt-Anzeiger 5.10.2016)

"Radikale Inklusion sprengt das Schulsystem" (Deutschlandradio Feuilleton 15.1.2016)

► "Braucht Inklusion ein Moratorium?" (Schulverwaltung NW 10/2015) 

"Soll mein Kind mit Behinderten lernen?" (ZEIT 8.7.2014)



Inklusion: Menschenrecht, Sparmodell, Mogelpackung, Kuckucksei?

Für die einen ist Inklusion das neue Paradies, für andere eine zunehmende Plage - und nicht wenige fragen sich, ob diese Umkrempelung des Bildungswesens überhaupt nötig und sinnvoll ist, ja vielleicht sogar schädlich.

Zu Recht fordert die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) freien Zugang zum allgemeinbildenden Schulsystem für alle Kinder - weil dies weltweit keineswegs selbstverständlich ist. Keineswegs verpflichtet die BRK allerdings zur Einführung einer Einheitsschule. In Deutschland stellt das differenzierte Förderschulsystem bereits eine in besonderer Weise unterstützende Form schulischer Allgemeinbildung dar.

Warum Förderschulen unbedingt erhalten bleiben müssen - Süddeutsche 21.10.2014

Zwar sind viele Integrationsbemühungen durchaus zu begrüßen. Radikale Inklusion aber ist weder nötig noch bezahlbar - und zudem für viele Schüler mit verschlechterten Entwicklungsbedingungen verbunden (Bernd Ahrbeck: „wohlwollende Vernachlässigung“). An zu viel Heterogenität muss die öffentliche Schule scheitern.

► zur Info-Plattform: www.inklusion-als-problem.de

► Neuerscheinung 2017: "Die Inklusionsfalle"

Bei entsprechenden Ressourcen spricht nichts gegen die Integration etwa körperbehinderter Kinder in den Regelunterricht. Wenn aber zukünftig alle Schüler zwanghaft gemeinsam beschult würden, unabhängig von Ihrem real existierenden (durchaus dynamisch verstandenen) Lernvermögen, beeinträchtigt das die Leistungsentwicklung vieler einzelner Kinder - zumal im derzeit praktizierten bzw. angestrebten Sparmodus.

Skepsis seitens der Rehabilitationswissenschaft - dradio-Interview 2012 und Politische Meinung 2014

Schüler helfen einander gerne und können durchaus voneinander lernen. Aber schnelle Lerner haben auch ein Recht auf herausfordernden Unterricht. Und Leistungsschwächere brauchen nicht nur Schutz vor dem ständigen Vergleich mit den Besten, sondern bedürfen auch in besonderem Maße konstanter pädagogischer Bindung. Förderlehrer, die stundenweise von Schule zu Schule hetzen ("Reisepädagogik"), können dies nicht leisten.

Das deutsche Bildungswesen ist gewiss in mancher Hinsicht optimierbar - für eine generelle Schulreform indes besteht aus lernpsychologischer Perspektive keine Notwendigkeit. Empirische Befunde zur Lernwirksamkeit in inklusiven Settings bleiben ambivalent, in der Sekundarstufe fehlen sie weitgehend. Mit steigender Inklusionserfahrung wächst jedenfalls der Elternwunsch nach Förderschulen.

Zur Widersprüchlichkeit der Forschungslage - ZEIT 13/2013

Vielleicht wurde bislang tatsächlich der ein oder andere Schüler zur Förderschule verwiesen, weil es den „Regellehrern“ an diagnostischen und ermutigenden Kompetenzen mangelte. Deswegen jetzt alle KInder zwangsweise in einem Topf zu behalten, erscheint aber höchst riskant: Weil viele Kinder mit besonderem Förderbedarf de facto in (großen) Regelklassen mit kaum weitergebildeten Regellehrern landen und dort Vernachlässigung droht; weil „Förderkinder“ durch den ständigen Vergleich mit „Regelkindern“ in ihrer Selbsteinschätzung zusätzlich verunsichert werden; weil die breite Expertise der bisherigen Förderlehrer nicht mehr einer begrenzten, geschützten Gruppe kontinuierlich zu Gute kommt, sondern nur noch sporadisch den Verstreuten.

Zur Unzufriedenheit der Eltern in NRW - Bonner Generalanzeiger vom 1.7.2015

Über die "Ausweidung" der Lehrer - evangelisch.de vom 14.6.2015

Schulische Heterogenität ist eine Anfangsgegebenheit, aber nicht deren Lösung. Allzu Ungleiches sollte man weder gleich noch zugleich behandeln. Es gilt, die Goldene Mitte zwischen menschlich Wünschbarem und schulpädagogisch Machbarem auszuloten. So viel Integration wie möglich, so viel Separation wie nötig - diese pädagogische Leitlinie bietet allen Kinder die beste Unterstützung. Die Politik verlange also nicht das Unmögliche, sondern finanziere das Sinnvolle:

► Das Förderschulsystem nicht schwächen oder gar auflösen!
Jeder Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf muss wohnortnah in geschütztem Rahmen gezielt gefördert werden können, die elterliche Wahlfreiheit zwischen Regel- und Förderbeschulung muss erhalten bleiben. Professionelle Förderlehrkräfte müssen weiterhin in angemessenem Umfang zur Verfügung stehen. Flüchtig „inklusionsgeschulte“ Regellehrer sind latent überlastet und bilden für Förderkinder ein hohes Entwicklungsrisiko.

► Die pädagogische Professionalität der Regelschullehrer stärken!
Je größer die methodische und pädagogische Kompetenz der Lehrer, desto eher können - bei entsprechenden Unterstützungsressourcen - auch Schüler mit vorübergehenden Entwicklungsproblemen an Regelschulen verbleiben und dort angemessen gefördert werden.

Jede Form von radikaler, überstürzter oder indoktrinierter Inklusion erweckt hingegen den Eindruck, es solle vor allem gespart werden. Und für manchen ist Inklusion wohl nur ein Trojaner - zur Sprengung des gegliederten Schulsystems.

 

Meine ZEIT-Kolumne zum Thema aus 2014: "Soll mein Kind mit Behinderten lernen?"

Ein Kultusminister im Jahre 2013: "Inklusion ist Kommunismus für die Schule"

Buchbesprechung zum Thema:  Bernd Ahrbeck - "Inklusion - eine Kritik" (2014)

Mein Beitrag zum Lehrer-Welttag 2015: "Hilferuf aus dem Lehrerzimmer" (Kölner Stadt-Anzeiger)

Förderschulen bleiben wichtig! (WDR 5 - Feature vom 9.8.15) Ausschnitt / komplett

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