Eltern-Lehrer-Fragen

Feltens Pädagogische Palette

DROGENPROPHYLAXE

Aktuell

Alle Fachverbände, auch die curativen, laufen Sturm gegen die Teillegalisierung des Haschischkonsums (CanG, Cannabisgesetz).
Psychiater im Interview: Eltern & Kinder seien oft überrascht [im Sinne von: erschrocken], wenn er über die Folgen von regelmäßigem Cannabiskonsum aufklärt." (7' im dradio)

Mit dem großen 'Kind' clever über's Kiffen reden

Den meisten Jugendlichen werden früher oder später Drogen angeboten, am häufigsten in ihren Cliquen. Dann 'Nein!' sagen zu können, kann ganz schön schwer sein, auch wenn man eigentlich gegen Drogen ist - Gruppendruck und so. Eltern können ihre großen 'Kinder' aber ein bisschen auf solche Situationen vorbereiten. Dazu drei Aspekte vorweg:

  • Seien Sie selbst gut informiert - nutzen Sie das aber eher als Hintergrundwissen; sobald Ihr Kind sich überfahren oder erschlagen fühlt, wird es abwehren.
  • Nageln Sie Ihr 'Kind' nicht argumentativ fest, sondern erörtern Sie die Dinge 'leichtfüßig' miteinander, durchstreifen Sie quasi das Thema miteinander.
  • Keine Predigten halten oder jammern, sondern eher beiläufig sprechen, mit einer gewissen Coolness - auf einem Spaziergang oder einer gemeinsamen Autofahrt; dabei schaut man sich nicht so direkt an, der junge Mensch behält ein Stück Freiheit, so kann er sich besser auf heikle, gar kontroverse Themen einlassen.


Das Grundproblem solcher Gespräche ist: Große 'Kinder' wollen vor allem eines nicht mehr - sich als Kinder behandelt, sich unterschätzt fühlen. Sie wollen um's Verrecken 'Herr' ihrer Dinge sein. Wer Jugendliche also zum Nachdenken bringen, zu kritischem Verhalten anregen, ihre Abwehr vermeiden möchte, sollte überlegt vorgehen ...


Hier einige Ideen, wenn Sie mit Ihrem Sohn, Ihrer Tochter über das heikle Thema reden wollen ...

So kann man ins Thema reinkommen:

"Sind in Deiner Clique eigentlich auch Leute, die schon mal kiffen?"
"Wenn ihr so Party macht: Da geht doch sicher auch schon mal ein Joint rum ..."
"Hab gerade gelesen, der Umgang mit Haschisch soll erlaubt werden - was hältst Du denn davon?"

Im weiteren Gespräch könnte vorkommen:

"Hast Du denn das Gefühl, Du könntest Nein sagen, wenn so ‘n Joint rundgeht?"
"Am besten wär's ja, man würde das gar nicht probieren - es soll so sein, dass keiner voraussagen kann, wie das erste Mal auf einen wirkt."
"Tatsächlich sind schon Jugendliche nach ihrem 'Erstrausch' in die Psychiatrie gekommen."
"Selbst wenn's beim ersten Mal keine Probleme gibt: Immer wieder löst das THC auch Psychosen aus, also längere wahnhafte Zustände."
"Das THC soll ja heute viel stärker sein als in meiner Generation - und man weiß auch nie, was ein Dealer da sonst noch reingemixt hat, damit seine Kunden schneller süchtig werden."
"Klar, man will nicht als ängstlich gelten. Oder als Spielverderber. Ich glaube, man überlegt sich einfach schon vorher, wie man cool Nein sagen kann, also ohne das Gefühl zu haben, man würde sein Gesicht verlieren."
"Man kann ja auch einfach aus 'ner heiklen Situation weggehen - 'also das ist mir jetzt zu blöd hier' oder so. Oder man sagt einfach stur 'Nein, kein Bock', zur Not auch dreimal. Oder man meidet solche Situationen von vornherein. 'eight ways to say no' sagt man in Amerika dazu."
"Ob ich auch schon mal? (a) Nö, ich hab einfach immer so getan, als hätte ich schon ne ganze Menge Erfahrung - und gesagt, bei mir würde das nicht wirken. (b) Ja schon, mal probiert, also ich wollte das eigentlich nicht, aber dann hatte ich Angst, vor den anderen blöd dazustehen - jedenfalls habe ich danach derart gehustet und gekotzt, dass es mir gereicht hat."




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Sonstige Infos, die man einflechten kann:
"Es werden natürlich jede Menge Märchen über Haschisch erzählt. Schon mal was von der Halbwertszeit des THC gehört? 7 Tage! Anders als bei Alkohol braucht der Körper also einen Monat, um das THC eines einzigen Joints halbwegs vollständig auszuscheiden."
"Die Faustregel heißt: Haschisch verklebt  das Gehirn. Genauer gesagt: Der Wirkstoff THC sammelt sich im Gehirn an den Synapsen, also den Übergängen zwischen Nervenzellen, und erschwert da die Reizleitung. Deshalb werden regelmäßige Kiffer mit der Zeit so schlaff, fallen in der Schule oft ab, kriegen im Bett vielleicht keinen mehr hoch."
"Wusstest Du, dass von den Probierern jeder Siebte zum Dauerkiffer wird? Und jeder 20. auf Härteres umsteigt? Das Blöde daran: Kein Einsteiger weiß vorher, ob er wieder die Finger von dem Zeug lassen kann - deshalb heißt es ja auch Rausch-Gift."